Klettern auf der Insel

 
Die zweitkleinste Kanareninsel ist hinreichend in der Wanderszene bekannt. Das morphologisch zerfurchte Eiland von gerade mal 24 km Durchmesser und dem das ganze Inselinnere einnehmenden 3984 ha großen Nationalpark ist geradezu ideal für das beliebt gewordene „Inselwandern am Atlantik“. Hier kann man ganzjährig Wandern, Baden – und letztlich auch Klettern, eine ideale Kombination sportlicher Aktivitäten.
Entscheidend für die Urlaubswahl La Gomera ist jedoch der immer noch angenehme individuelle Aufenthalt ohne Touristenrummel alá Teneriffa oder Mallorca.                                   
Daher besuchen zunehmend auch Kletterer die Insel, die diese gemütlich-rustikale Atmosphäre zu schätzen wissen oder auf Neulandsuche sind. Und sie hinterlassen Spuren mit neuen Anstiegen! Es gibt noch viel Erschliesser-Neuland an den bis zu 250m hohen Felstürmen, den Roques, und an zahlreichen hohen Felsmassiven.
Erst im März 2010 weilte eine starke Sachsen-Equipe auf der Insel, die zahlreiche Erstbegehungen durchführte und dabei 2 neue bisher unberührte Felsmassive mit lohnenden Anstiegen belegte. Alle Neurouten wurden mit Edelstahl-Bohrhaken und –Umlenker bestens abgesichert. Neben einer Anzahl guter spanischer Kletterer waren bisher besonders Deutsche, respektive Sachsen, an der Erschließung beteiligt.
Dies begann schon in den 80er Jahren, in denen Rüdiger Steuer mit wechselnden Freunden die Erschließung anging und 4 gut kletterbare Felstürme mit Gipfelbücher und –kasetten belegte sowie anfangs in mühsamer Handarbeit zahlreiche DAV-Abseilringe in Edelstahl installierte.
So ganz zufällig wurden dabei auf dem Roque de Agando prähistorische Steingefäße (→ Rubrik „Prähistorische Funde“) aus der vorchristlicher Guanchen-Zeit entdeckt, die heute als wertvoller Geschichts-Nachweis im historischem Insel-Museum von San Sebastián zu besichtigen sind.
La Gomera, eine gebirgige und dennoch grüne Insel, entstand vor 20 Millionen Jahren – wie alle Kanarischen Inseln – durch Vulkanismus. Somit besteht das dortige Gestein in der Regel aus Basalt. Die Kletterer haben es mit einem dichten, harten und zumeist glatten Gestein zu tun, das jedoch passagenweise rau, löcherig oder mit Schalen/Schwarten versehen ist. Die oft anzutreffende säulenförmige Struktur ergibt Vertikalrisse unterschiedlichster Breite.

Kletterausrüstung:

Kletterer benötigen für Begehungen bestehender Routen an Felstürmen und Massiven alpine Ausrüstung (mind. 45m-Seil, div. Expressschlingen, Sortiment Klemmkeile, aber auch „Friends“ und Bandschlingen sind gefragt). Da in der Regel bereits alles abgesichert ist, kämen Hammer und Felshaken nur für den Notfall zum Einsatz (hakenabweisender Basaltfels).
Für Neulandsucher und ambitionierte Erstbegeher sei angeraten, neben der sonstigen Kletterausrüstung unbedingt einen leistungsstarken und dennoch kleinen Akku-Bohrhammer mit Ersatz-Akkus nebst diverse Mengen Bohrhaken (diese erhält man ggf. auch auf Teneriffa) mitzubringen, wobei man dann spätestens beim Wiegen des Fluggepäckes in echte Gewichtsprobleme kommt.

Zugänge zu den Felstürmen und Felsmassiven:

Alle Türme haben in der Regel einen teils schwer durchdringbaren Machie-Gürtel um Ihre Basis, was Erstbegehungs-Ambitionen schon beim Zustieg zum geplanten Kletterbeginn auf schwere Probe stellt (Machete, Säge, Gartenschere, Handschuhe ein Muss!).
Erstbegeher müssen sich auch ebenso auf gelegentliche, mehr oder weniger hinderliche Botanik in der geplanten Aufstiegsroute einstellen.
Die Sportkletterrouten an Felsmassiven (Toprope) sind in der Regel leichter erreichbar, da sie an Wanderwegen oder direkt an Straßen liegen, teils aber auch länger angewandert werden müssen. 

Beste Zeit für Klettertouren:

Zum günstigsten Wetter sei gesagt, dass man - zumindest für die über 1000m liegenden Gipfel - frühestens im März anreisen sollte. Ab da wird es zwar heißer, aber auch wettersicherer. (Passat-)feuchter oder gar nasser Basalt wird im Verein mit Algenbelag zur teuflichen Rutschbahn.

Schwierigkeitsangaben:

Um den Kletterern verschiedenster Nationen gerecht zu werden, wurde versucht, den jeweiligen Schwierigkeitsgrad nach 3 Skalen anzugeben:
Französische-/UIAA-/Elbsandstein-Skala
Alle Angaben stammen von Erstbegehern, nach INFOs und eigenen Begehungen.
Gewähr für die Richtigkeit kann durch die unterschiedlichen Quellen nicht gegeben werden.

Verwendete Abkürzungen bei den beschriebenen Kletterrouten:

  SL = Seillängen    SP = Standplätze    BH = Bohrhaken

 Kletterliteratur/Topos

 Über die Klettereien auf La Gomera gibt es bisher nur spärliche deutschsprachige Veröffentlichungen, die man sich mühsam zusammen   suchen muss.
  -  Zeitschrift "rotpunkt", Seite 36: "Die unbekannte Insel, Klettern auf La Gomera". Keine Angaben zum Erscheinungsjahr möglich.
  -  Hermann Froidl „Kanarische Inseln – Klettern im ewigen Frühling“, Neuaufl. 10/2005, ISBN 978-3-9802806, damit nicht letzter Stand.
  -  DAV/„Panorama“: „Felsrevier für Abenteurer“ ,Heft 5/2011, Seite 26.
  -  SBB-Mitteilungsblatt „Der neue Sächsische Bergsteiger“, Heft 9/2011, Seite 48, La   Gomera und die Sachsen- Invasion“ .
 Umso aufschlußreicher sind spanische Berichte. In der Kletterzeitschrift ..........wird gelegentlich über spanische Erstbegehungen auf  Gomera berichtet. Besonders auf der Facebook-Seite des Spitzenkletterers Javier Martin-Carbajal gibt es diesbezügliche Veröffentlichungen.
 

     Weitere Auskünfte ggf. über den Autor.

                                                    Felstürme (Roques)

 
Bei vielen Felstürmen bieten sich besonders drei lohnende, gut kletterbare an:
Roque de Agando, Roque El Cano, Roque de Imada
 
Roque de Agando   1250m NN  
Dominant im Inselinneren mit 250m relativer Höhe (ein ehem. heiliger Berg der Guanchen-Urbevölkerung). Durch das raue Phonolith-Gestein ideal zum Klettern. Bisher 6 bekannte Aufstiege.
Hart an der Nationalparkgrenze stehend gibt es keine eindeutige Besteigungsgenehmigung, hört man eher von einem Besteigungsverbot. Diesbezüglich wurden Kletterer von Rangern schon angesprochen. Es gibt aber weder eine entsprechend offizielle Behörden-Veröffentlichung, noch eine sonstig einsehbare Begründung für ein Verbot. Somit kümmert sich kein Kletterer darum; ein mulmiges Gefühl etwas Verbotenes zu tun bleibt jedoch. Dies betrifft mögliche Erstbegehungen, die von der Straße einsehbar sind. Evtl. von Rangern angesprochen, sollte man immer den sprachlich nicht Verstehenden spielen, aber nicht streiten.
Besteigungsvorteil dieses Gipfels: über die zentrale Autostraße (Höhenstraße) ist er schnell erreichbar. Der Zustieg zum Normalweg-Beginn beträgt von der Straße nur ca. 15 Min..
Nachteil: Aufgrund seiner Höhenlage den feuchten Passatwolken ausgesetzt nur an klaren, d.h. trockenen Schönwettertagen besteigbar. Am sichersten ab März bis Oktober.
Zugang zum Normalweg: Vom Parkplatz an der Höhenstraße (Denkmal für die Opfer des Waldbrandes von 1986) ca. 200m auf der Höhenstraße Richtung San Sebastián zu einer Unterbrechungsstelle rechts an der Straßenböschung. Dort weiter auf schmalen Pfad durch Buschwald (Pfadsuche durch Waldbrand 2012 erleichtert) zu der von der Straße sichtbaren, schmalen, künstlich angelegten Treppe und steil über diese zu ebenfalls künstlichen Plattform (Rucksack-Depot, Einbindestelle zum Klettern).

Kletterrouten:

1. Normalweg 4/4/IV+ (vermutlich auf dieser Route zumindest abschnittsweise prähistorisch begangen, 1. bekannte Besteigung der Neuzeit durch Siegfried Wallmann, Karl Bürtlmeier, Österreich, 1967). Zumeist leichter, ca. 6 SL., der obere Teil ist leichtes, aber exponiertes Kletterterrain (I-II). Alle Standplätze mit gebohrten DAV-Ringhaken. Orientierungsmäßig schwieriger alpiner Aufstieg von etwa 2,5 - 3 Std., wobei man mit vielerlei Gesträuch zu kämpfen hat. Unbedingt den Aufstiegsweg einprägen, da beim Abstieg das Abseilen über gleiche Strecke läuft. Bereits begangene Varianten am Südgrat möglich.
„Talseite 4/4/IV, Rüdiger Steuer, 03.01.1987, Westseite (Benchijigua). Eigenständige Variante zum Normalweg. Im rechten Teil der Talseite diagonal    nach rechts zur Einstiegs-Plattform des Normalweges.
 
Alle bisherigen Aufstiege (außer Talseite) befinden sich in der Agando-Ostflanke (Höhenstraßen-Seite). Beginnend mit dem Normalweg nachfolgende Beschreibung nach rechts, also von Südost nach Nordost :
2. „Rezo al Brezo“ 5/5-/V Daniel Dietz-Utzeka mit Maria José Diaz, Spanien, 22.08.1999.
3. „Via de la Pardela“ 5a/5/VI Daniel Dietz-Utzeka mit ...?.., nähere Daten unbekannt.
4. „NO-Pfeiler“ 5a/5/VI, 3 SL Alfred Winkler und Rüdiger Steuer, 23.12.1987
5. „Guanchenrinne“ 5b/5+/VIIa, 4 SL, Martin Biock, Rüdiger Steuer, 16.08.1989. Markante riesige Verschneidung, gut von der Höhenstraße einsehbar. Gebohrte DAV-Ringhaken an den Ständen, einzelne Zwischenhaken vorhanden. Spanischer Name "Schwarze Diedro".
Vielleicht die schönste Kletterroute auf Gomera! Hinweis: Nur in Trockenperioden angehen!

6. "Para y Miel" (= Schnaps und Honig), 6 SL 

 
 
 
 
 
Am Kletterturm ringsum noch viele schwierige Neutouren (Verschneidungen, Risse, durch überhängende Dächer u.a., ab Schwierigkeitsgrad 5a/5/VI aufwärts) möglich!
Abstieg vom Agando:
Dem Aufstiegsweg entlang in ca. 1,5 Std. absteigen, wobei von den  jeweiligen Ständen mit gebohrten Ringen 5 x abgeseilt wird (die Standplatzringe werden zugleich als Abseilringe benutzt).
Achtung: Beim Aufstieg aufgrund der verwickelten Kletterlinie unbedingt die Gegebenheiten einprägen, insbesondere im Gipfelbereich unübersichtliches Abstiegsgelände!
 
Bemerkungen:
Alle Standplatz-Ringe wurden von Rüdiger Steuer mit Gefährten - zumeist noch von Hand gebohrt - gesetzt und mit Zweikomponenten-Industriekleber verdübelt. Ebenso wurde die Kasette mit Gipfelbuch von ihm am 19.12.1986 gelegt. 
 
Roque El Cano  650m NN
Rund 200m relative Höhe, steht wesentlich tiefer, damit klimatisch günstiger. Die Erstbesteiger sind unbekannt. Interessant ist die Tatsache, dass in der Franco-Zeit ein Partisan namens Estabán über die steile, ungegliederte, verwachsene und durchaus schwierige Ostflanke einen später nach ihm benannten Aufstieg fand. Der Gipfel war für ihn Zuflucht vor den Franco-Häschern.
Zugang vom nördlich der Insel gelegenen größeren Inselbezirksort Vallehermoso. Von der Plaza auf der Hauptstraße Richtung Agulo 3 Min. bis zum nahen Kinderspielplatz. Dort rechts ab und durch den Ortsteil El Morera auf  breitem Wanderweg in reichlich 1 Std. Aufstieg bis zur Kammhöhe. Pfad/Trittspuren links ab in 5 Min. zum Turm (Normalweg).
Der El Cano ist überwiegend durch Spanier erschlossen worden und mit 10 Aufstiegen (2 leichtere bis V-) der Kletterturm mit den meisten Routen. Aber auch hier können noch Neutouren gemacht werden.

Kletterrouten 

(ab Normalweg ergeben sich linksläufig von S nach O und über N nach W folgende Anstiege (Lageskizze):
1. Normalweg 4+/4+/IV+/A1 oder V-, 200m, 3 SL, danach zum Gipfel leichtes, aber exponiertes Klettergelände. 2 gebohrte DAV- Standringe, wichtige Zwischenhaken stecken.   Datum/Erstbegeher unbekannt.
1a. Linke Einstiegs-Variante zum Normalweg 4+/5-/V, 50m, Datum/Erstbegeher unbekannt.
1b. Rechte Einstiegs-Variante zum Normalweg: "Slippy" 6a/7/VIIIa, Falk Heinicke, Xaver Heinicke, 15.03.2010, Deutschland. Rechts vom Normalweg Kante, teils überhängend, an 5 BH vorbei, zum 1. SP Normalweg.
2. „Frage der Ehre“ 6a+/7-/VIIIa, 200m, 6b+, Klaus Büttner, Achim Peterit, 24.12.1997, Deutschland.
4. „NO-Pfeiler“  VI/A3, 6 SL. Näheres unbekannt.
5. „Diedro del guano“ 6b/A1 oder 6b+/7/VIIIb, 170m, Alberto Pelaez und Javier Martin-Carbajal, 19.9.1998, Spanien.
6. „Paso Estabán“ 3/3/III-IV, 250m, Datum?, von Partisan Estabán / Spanien erstbegangen.
7. „Pilar NO“ 6a-A3/6+/VIIc, 255m, Pablo Mata, Javier Martin, 9.-11.4.1998, Spanien.
      Westseits wurde von Spaniern durch steile bis überhängende Fluchten 4 schwere Technorouten über 7 - 9 SL eröffnet:
8. Routenname ?, 8+/7a,7b?/IXc, 240m, Name und Datum?, Spanien.
9. „Benchijigua estrés“ 6a-A1 oder 6b+/7/VIIIb, 240m, Francisco Reyes, Javier Martin-Carbajal, 12.10.1996, Spanien.
10. “Directa Guanche” 6b-A1/7/VIIIb, 250m, (links der Dächer empor) Pablo Mata und Javier Martin-Carbajal, 30. und 31.5.2003, Spanien
11. „Visitante inesperado 6c+/Ae/8-/IXa, 255m, (rechts der Dächer empor), Francisco Reyes, Pablo Mata und Marcelino Baez, August 1997, Spanien.
 Abstieg vom El Cano: Vom Gipfel über plattiges Steilgelände abklettern bis zu einem Baum mit Abseilschlingen. Abseilen ab dort 3 x 20m oder 1 x 20m und 1 x 40m entlang dem Normalweg-Aufstieg (Standplatzringe benutzen!).
Achtung, auch hier gilt sich am Aufstiegsende nach der 3. SL den weiteren Aufstiegsverlauf im unübersichtlichen Gipfelgelände für den Abstieg einzuprägen.

Bemerkungen:

Die Kasette mit Gipfelbuch wurde am 01.05.2003 vom Autor gelegt, wie auch von ihm und Gef. die 2 DAV-Stand-/Abseilringe installiert wurden.
 
Roque de Imada 1083m NN
Über dem Hochtal des kleinen Gebirgsdörfchens Imada - südlich des zentralen Inselteils - gelegen. Wurde beliebt bei den Kletterern, da dieser Turm von der Autostraße relativ günstig zu Fuß erreichbar ist, mehrere Routen im mittleren Schwierigkeitsgrad aufweist und man schnell durch Abseilen wieder zum Bergfuß gelangt. Durchaus sinnvoll, dass Erstbesucher dort mit dem Klettern beginnen sollten. Die meisten Anstiege (4) liegen an der S-Seite, ingesamt ca. 6 bekannte Routen. Zur schönsten Route zählt vielleicht die „Sachsenstiege“  →Routenfoto S-Seite.
Zugang: Auf der abwärts führenden, kurvenreichen Zufahrtsstraße nach Imada bis zur ersten markanten Rechtskurve, hier parken. Von dort in ca. 15 – 20 Min. auf mehr oder weniger gut
erkennbarem Trampelpfad zur Felsbasis der S-Seite).

Kletterrouten:

Linksläufig von W über S nach O und weiter nach N (Routenskizze, Routenfoto S-Seite)
 1. W-Anstieg 1/1/I, dann schwieriger 3/3/IV-, vermutlich Erstersteigerweg, Daten unbekannt.
 2. Südrinne 2-3/2-3/II-III, Rüdiger Steuer und Gef., Dez. 1984, Deutschland (vermutlich schon früher begangen). 
 2a. Südrinne mit Pfeilervariante 4a/4+/IV+, Falk Heinicke, Xaver Heinicke, 16.03.2010, Deutschland.
 3. "Altersschwäche" 5b/6-/VIIa, Falk Heinicke, Xaver Heinicke, 16.03.2010, Deutschland.
 4. "Sachsenstiege" 5b/6-/VIIa, Günter Priebst, Rüdiger Steuer, Frank Schmidt, 16.03.2010, Deutschland, 3 SL (35+30+15).
     Talkante (O-Kante z.G.).
 5. Nordostwand 5c/6/VIIb, teils leichter, Martin Biock, Rüdiger Steuer, Dez. 1984, Deutschland.
 6. "Horrerrinne" 3/3/III-IV, 70m, Hermann Froidl, Zehner, 31.05.1999, Deutschland, Aufstieg in der N-Seite.
Möglicherweise gibt es noch in der sehr unzugänglichen Nord- oder NW-Seite 1-2 Anstiege, die von Spaniern erstbegangen wurden.
Abstieg vom Roque de Imada:
Kurz unter dem Gipfel ein Abseilring. Ca. 20m Richtung Südrinne zu Stand mit 2. Abseilring. Von diesem zum Wandfuss.
Bemerkung:
Kasette mit Gipfelbuch sowie Gipfelabseilring wurde am 01.05.2003 vom Autor mit Gef. installiert.
 
Los Roques de San Pedro 430m NN
auch "Los Gemelos" = die Zwillinge, "Peter und Paul-Felsen" (span. San Pablo y San Pedro), "Roques del Estanquillo"
wie auch "Roques Enamorados" genannt
 
Mächtige Doppelfelsen im fruchtbaren Monteforte-Tal am südlichen Ende des Bezirksortes Hermigua. Wenig besucht, da das brüchige Gestein und die teils bewachsenen Flanken nicht wirklich zum Klettern animieren.
Zugang: Auf der Carretera del Norte vom Zentrum Hermiguas kommend, also von Norden, kann man schon von den oberen Ortsteilen rechts oben die mächtigen Doppeltürme erkennen - ein beliebtes Fotomotiv.
Im Ortsteil El Convento zur Plaza der Kirche San Domingo. Schräg gegenüber der Plaza ein mächtige Straßenbegrenzungsmauer, die durch eine V-förmige Treppe unterbrochen ist. Die linke Treppe empor und über Treppen in 6 Min. zu einem Asphaltsträßchen und auf diesem in weiteren 10 Min. durch den Ortsteil San Pedro zu den Felstürmen.

Kletterrouten: 

Nichts näher bekannt. Aufstiegsrouten von 3 bis 6b+/3 bis 7-/III-VIIIa

 

Felsmassive


Bisher waren 2 solche kletterbare Felsmassive bekannt, dh. erschlossen worden. Ab 2010 kamen 2 weitere dazu und weitere könnten folgen. Alle diese Felsabstürze besitzen bis jetzt mindestens 2 oder mehr mit Bohrhaken abgesicherte Anstiege mit max. 3 SL, zumeist ab IV+ aufwärts. Am Routenende sind zumeist Umlenker installiert, die das Abseilen über die Aufstiegsroute ermöglichen. An der Erschließung der Massive waren Deutsche (Sachsen) wie auch Spanier (von der Insel Teneriffa) beteiligt.
Die 6 bisher mehr oder weniger erschlossenen Felsmassive:
 
 
                 Name 
 Lage
    Routen
Namentliche Felsmassive:
 
-  Guerguenche/VGR/Reussgrat
-  Felswand am Mirador del Santo
- „Große Ziegenhöhle“
-  El Negrin/Straße nach Alajeró
 - unterhalb des Roque del Sombrero
 - an der Strasse nach Playa de Santiago
 
 
 im Valle Gran Rey (VGR)
 Unteres Arure
 nächst VGR oder Arure
 nächst dem Ort Imada
 im Süden der Insel
 im Süden der Insel
         
       
         1
         4
         2
  ca. 10
         3
           2
 
                           Los Órganos (314 m)
Von der Meerseite - mit dem Ausflugsschiff kommend - sind die im Inselnorden befindlichen Doppeltürme mit ihren zum Meer steil abfallenden Säulenfluchten eine der großen Sehenswürdigkeiten La Gomeras.
Vom Land sind die abseits liegenden Türme kaum findbar und nur schwer zugänglich. Die Herausforderung den Landweg zu finden, reizte den Autor. Nach langem Suchen gelang es mit Freunden am 27.12.1986 den abenteuerlichen, langen und durchwegs schwierigen Abstieg (Seilbenutzung bei einigen Kletterstellen) zu den Doppeltürmen zu finden, um letztlich oberhalb der imposanten Säulen zu stehen. Das Wagnis und Risiko einer Erstbesteigung der Türme wurde wegen des zu großen Gefahrenpotenzials nicht in Angriff genommen. Oberhalb der Säulenfluchten wurde auf einem Felsband unter Überhängen ein vorbereitetes Gipfelbuch hinterlegt. 
Sensationell war daher im September 2014 der spanische Angriff auf eine ganz besondere unkonventionelle Weise: Sie rückten mit einem Boot an, was wegen des Anlandens bei stets heftigem Wellengang an den schmierig-moosigen Felsen sicher nicht einfach war. Es muss ein vorab gut durchdachter Plan gewesen sein, der dann den mehrtägigen und kühnen Aufstieg über die Neuroute "Atlantischer Pfeiler" ermöglichte - was auch aus den Durchsteigungs -Topo hervorgeht. Respekt vor den 3 mir bekannten Kletterern aus Teneriffa, die bereits äußerst schwierige Neutouren an den Roques und Massiven absolviert haben.

 

 

 Weitere Erschließungsmöglichkeiten auf der Insel

 
  •                                                                                           Felstürme des Roque del Sombrero (672m) und
  • Roque de Berruga (832m) im Süden der Insel. 
  • Roque de Ojila im Zentralbereich nahe der Roque de Agando (allerdings Besteigungsverbot (Nationalpark).            
  • Tafelberg La Fortaleza nahe dem Ort Chipude. Dessen rd. 100m hohe, fast senkrechte und breite Ostwand ist komplett Neuland. Allerdings ist der Wandfuß schwer erreichbar.        
  • Weitere Felsmassive vorrangig im Inselsüden
 
 Der Autor gibt im Bedarfsfall für Interessenten Auskünfte, soweit sie aus den vorgenannten Ausführungen nicht ersichtlich sind.
 
 Zusammenstellung April 2013, ergänzt Februar 2018       Rüdiger Steuer